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Carsten Fischer auf Reise

Gerade bin ich in Deutschlands hohem Norden und schaue den Schiffen auf dem Wasser zu. Das Design dieser Webseite ist gerade am Entstehen, das Logo soeben abgestimmt, Schriftarten festgelegt und schon Pläne für die ersten Videos gemacht – alles im Fluss.

Carsten Fischer auf Tour - Hier am See

Tank des Trucks für die ReiseWie Du im Über mich Teil gelesen hast, steht ein Expeditions-Truck auf der Agenda. Der Plan beschäftigt mich seit einigen Jahren, schon in 2013 scheiterte mein Wunsch an den grotesk langen Lieferzeiten und den hohen Wunschpreisen der Hersteller solcher Mobile.

Ein gravierendes und oft ignoriertes Problem dabei ist die Tauglichkeit für schlechte Treibstoffe, also Diesel mit hohem Schwefelanteil, wie er in vielen Teilen der weiten Welt getankt werden muss:

Diesel Fuel Sulphur Levels: Global Status
Quelle: http://www.unep.org/

Um die EURO – Klassen näherungsweise den Farben der Karte zuzuordnen:

  • EURO VI und V = hellblau, also Westeuropa und Nordamerika,
  • EURO IV = mittelblau,
  • EURO III = grün,

und so weiter.

Die Euro VI – Motoren überleben also Reisen außerhalb der EU leider nicht, auch so manche Euro V – Motoren haben ihre Probleme damit (die Schadstoffklassen, zu erkennen an den grünen Aufklebern in der Windschutzscheibe, haben damit wenig zu tun). Der Schwefel kann leider auch nicht – im Unterschied zu Wasser –aus dem Diesel herausgefiltert werden.

Sahara in schwarz-weiß

Nach meiner Erfahrung sind alle Fahrzeuge mit Diesel-Partikel-Filter für Fernreisen ungeeignet. Neben der Gefahr, dass sich der DPF in Höhenlagen über 3.000 Metern zusetzt und der Motor ins Notprogramm geht, ist das freibrennen – Regeneration genannt – abseits des Asphalts oft unmöglich. Denn dazu muss das Fahrzeug mit Mindestgeschwindigkeiten von 50 bis 60 km/h für die Dauer von zumindest 20 bis 30 Minuten ohne Pause gefahren werden. Jede Unterbrechung führt dazu, dass von vorne begonnen werden muss. So es mir in der Sahara passiert, wo es durch Glück eine ebene Stelle gab, an der ich mit hohem Tempo eine halbe Stunde zur Regeneration im Kreis fahren konnte. Ansonsten hätte ich im Notprogramm nicht mehr aus eigener Kraft aus der Wüste auf die nächste Straße fahren können.

Defender als Reisetruck

Natürlich kann eine Regeneration auch nicht auf Kommando gestartet werden, bevor es ins Gelände geht, auch im Stand mit hoher Drehzahl ist dies regelmäßig unmöglich, weil die Last fehlt und der Motor nicht heiß genug wird.

Die Demontage des Partikelfilters geht auch nur sehr schwer, weil dazu die Motorsoftware überlistet werden muss, damit die falschen Differenz-Drücke der Sensoren nicht zum Notprogramm führen- hier gibt es wegen geringen Bedarfs kaum seriöse Anbieter. Und im Ergebnis hat das Fahrzeug dann keine Betriebserlaubnis mehr, weil die Abgaswerte nicht mehr stimmen. Eine für Fernreisekunden unschöne Gesamtsituation.

Deshalb kommt für mich nur ein Truck bis Euro 3 – Norm in Betracht, also Baujahr bis 2005 – eine Einschränkung, die alle Fahrzeuge von der Stange / aktuell ab Werk ausschließt. Das Internet zeigt auf Plattformen wie Mobile.de unter Suchwörtern wie Expedition einige Fahrzeuge, die aber zumeist von Bastlern kommen. An ein solches, individuell gebautes Teil, traue ich mich nicht heran, da ich handwerklich nicht geschickt genug bin, um bei Defekten mit den sehr individuellen Lösungen zu Rand zu kommen.

Es muss ein gewerblich gebautes Fahrzeug her, mir einerlei, ob neu oder gebraucht. Doch da ist der Markt sehr eng. Es gibt zum einen Luxusbrummer, die auch gebraucht noch mehr als eine halbe Million kosten sollen (viel zu teuer für mich), oder Mobile aus dem vorigen Jahrtausend. Bei diesen auf Armeefahrzeugen aufgebauten Lösungen glaube ich den Beteuerungen der Hersteller „besser als neu“ nicht so ganz, denn auch gesäuberte und neu lackierte Teile sind gut und gerne 30 Jahre alt. Und damit dicht an oder deutlich jenseits ihrer natürlichen Verschleißgrenze.

Auch sind nach Erneuerung aller Teile, die mit Hydraulik zu tun haben oder aus Kunststoffen oder Gummi sind, gut und gerne weitere 30.000 Euro bei einem Fachbetrieb fällig. Damit sind dann solche Armeeveteranen genauso teuer, wie ein Neufahrzeug, nur in vielen Teilen eben doch sehr sehr alt.

Mit diesen Gedanken mache ich mich auf die Jagd und entdecke auf der CMT Messe in Stuttgart im Januar 2016 als erstes die Mira, von der ich Dir im nächsten Artikel berichten werde.

Dachlampen auf Truck

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