Aller Anfang ist nicht leicht – die Abreise

Du kennst das mit dem schweren Anfang? Ich auch. Vor dem Aufbruch zu einer weiten Reise gibt es Dinge zu tun. Viele Dinge, sogar sehr viele. Neben solch recht normalen und im Vorfeld gut planbaren Sachen wie Vorbereitung des Fahrzeuges, Besorgung von internationalen Führerschein, internationalen KFZ-Schein, Auslands-Fahrzeugversicherung und Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung sowie VISA stehen bei uns dann noch Auflösung des Hausstandes auf der Liste. Denn das Wohnhaus wird verkauft. Und nach 15 Jahren sammelt sich so einiges an, gerade in einem so großen Haus wie unserem. Da wollen tausende Sachen aussortiert, verschenkt, verkauft, gespendet oder eingelagert werden.

Das hat dann länger gedauert als erhofft, und noch länger als befürchtet. So dass sich die Abfahrt verzögerte. Erst um eine Woche, dann um eine zweite Woche. Zum Ende hin schliefen wir schon im Wohnmobil und kehrten tagsüber zum Packen ins Haus zurück.

Unsere große Deadline war die Abreise vor Heiligabend zu schaffen. Haben wir dann mit Abfahrt am Abend des 21.12. auch gerade noch so geschafft. Erst noch gutes, winterfestes Aral Ultimate Diesel tanken (wir erwarten minus 20 Grad Celsius auf unserer Route). Es werden an diesem Abend auch nur hundert Kilometer bis Fulda.

Wie vieles im Leben hatte auch dies Konsequenzen: Es galt, die Verspätung zumindest teilweise wettzumachen. Also mit Ausdauer und Geduld lange Schläge machen. Auf zu einem Ort, den ich gerne mag – die Herrmannsdorfer Werkstätten in Glonn hinter München. Dort kann man mit dem Womo kostenfrei stehen, wobei Einkehr ins Schweinsbräu (echt bio und lecker) oder Einkauf im Hofladen begrüßt werden. Haben wir dann beides erledigt und auch noch die glücklichen Hühner dort angeschaut. Österreich ist das nächste Etappenziel.

Trotz EURO 3 Fahrzeug hat sich die Ö-Maut mit insgesamt 90 Euro für die komplette Querung in Grenzen gehalten, zügiges Fahren war uns das wert. Auch war wegen Winter / Schnee einiges der mautfreien Variante via Italien nicht machbar, weil Pässe geschlossen waren. Und wir durften beim Overnight-Stop in Wernberg lernen, wie gut die Österreicher im Tourismus sind: Eine Landmetzgerei mit Gasthof hat einen Wiese hinter dem Haus als kostenfreien Womo Stellplatz (mit Dusche und WC) gelistet, da sind wir gern eingekehrt. Die Portionen groß und günstig, freies WLAN gab es im Gastraum obendrein. Da kann ich zum Gastwirt nur sagen: „Alles richtig gemacht!“

Am nächsten Morgen war schon der 24.12., also rasch noch im nahegelegenen Supermarkt Lebensmittel für das Weihnachtswochenende besorgt und auf guten Autobahnen weiter bis nach Kroatien. Der im 2017er ADAC Womo-Stellplatzführer als neuer Platz gelistete Platz in Ogulin war zwar picobello fertiggestellt, jedoch geschlossen. Aber der benachbarte abgeerntete Maisacker war dank gefrorenem Boden fast genauso gut für uns geeignet, die Nacht war friedlich.

Nun soll es wieder richtig voran gehen, wir erreichen nach Durchquerung des Zipfels Bosnien-Herzigowinas das Ende der kroatischen Autobahn im Süden des Landes und schlafen in einem Gewerbegebiet auf einem leerem Grundstück in Opuzen, nicht schön aber ruhig.

Das Wetter wird immer milder, Sonne und blauer Himmel heben unsere Stimmung und wir können am Abend im Süden Montenegros zum ersten Mal auf dieser Reise unmittelbar am Meer stehen. Wieder ein Happyend aufgrund einer Fehlinformation des 2017er ADAC Womoführeres, der uns zu einem nicht mehr existierenden Stellplatz leitete – trotzdem ruhig und schön am Meer.

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